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Die DNA enthält in der Form der Gene (Abschnitte auf der DNA) alle Information, welche für die Synthese der zellulären
Eiweisse notwendig ist. Eine Zelle reagiert auf Veränderungen ihrer Umgebung, indem sie spezifische Gene aktiviert,
von welchen die neu benötigten Eiweisse hergestellt werden. Die Genaktivierung wird durch sogenannte
Transkriptionsfaktoren, auch Eiweisse, reguliert. Ein solcher Transkriptionsfaktor ist der "Nuclear Factor kappa B"
(NF-kappa B). NF-kappa B ist in den meisten Geweben eines Tieres und Menschen vorhanden und wird durch verschiedene
Signale, die auf die Zelle einwirken, induziert. NF-kappa B reguliert dabei die Aktivierung von verschiedenen Genen,
die zum Beispiel in der Immunantwort, der Entzündungsreaktion, bei der Zelladhäsion, dem Zellwachstum und der
Zellentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Damit NF-kappa B Gene aktivieren kann, sind eine weitere Klasse von
Eiweisse, sogenannte Koaktivatoren nötig. Bei der NF-kappa B-abhängigen Genaktivierung scheint es sich um ein komplexes
Netzwerk von fein aufeinander abgestimmten Eiweiss-Eiweiss Interaktionen zu handeln, die für die Selektivität und
Spezifität garantieren. Diese sind für das Überleben der Zelle nötig.
Die Forschergruppe um Professor Hottiger möchte alle Eiweisskomponenten (Enhanceosoms), die mit NF-kappa B im Zellkern
interagieren, identifizieren und analysieren. Je nach externem Signal werden unterschiedliche Komponenten zur
Genaktivierung benötigt. Die Forschenden werden sich auf diejenigen Komponenten konzentrieren, die unabhängig vom
Signal, in allen induzierten Komplexen vorkommen (Minimalkomponenten) und somit eine wichtige regulierende Funktion
ausüben können. Eigene Studien zeigen, dass den bisher bekannten Komponenten eine unterschiedliche physiologische
Bedeutung zukommen. So ist in einem Zelltyp ein bestimmtes Eiweiss (Koaktivator) notwendig, worauf in einem anderen
Zelltyp verzichtet werden kann. Es ist daher wichtig, die molekulare Zusammensetzung des ganzen NF-kappa B Enhanceosoms
zu identifizieren. Das Verständnis der Interaktion von NF-kappa B mit zellulären Eiweissen wird helfen, seine
physiologische Funktion in der Zelle besser zu verstehen, um gegen pathologischen Veränderungen der NF-kappa
B-abhängigen Genaktivierung (z.B. bei chronischen Entzündungen, bei denen die NF-kappa B-abhängige Genaktivierung
nicht mehr gestoppt werden kann) gezielt neue und bessere Medikamente zu entwickeln.
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